Am 30.06. endete für viele Anleger ein eher bescheidenes Börsenhalbjahr 2014. Nach den starken Kursgewinnen in 2013, prognostizierten Analysten auch für das neue Jahr eine Fortsetzung dieser Haussebewegung. Zum Ende der ersten Börsen-Halbzeit bietet sich daher ein kurzer Rückblick auf den „Spielverlauf“ an den Kapitalmärkten an:

Es waren klassische Fehlstarts, mit denen die Aktienmärkte in das neue Jahr gestartet waren. Während der Dax noch ein halbwegs erträgliches Januarergebnis von -2,57 Prozent zustande brachte, war der Dow Jones als wichtigster Taktgeber mit -5,30% ein Totalausfall. Doch bereits der Februar, gemeinhin als ein eher durchwachsener Börsenmonat bekannt, brachte die Wende zum Positiven. Es waren die Frankfurter Bluechips, die hierzulande für ein Monatsplus von 4,14 Prozent sorgten. Zu diesem Zeitpunkt hatte das NST 2.0 bereits einen kumulierten Gewinn von 17,52 Prozent zu vermelden (siehe Seite 5 der aktuellen NST-Hauptausgabe).

Wer jedoch darauf gehofft hatte, dass Dax & Co. durch das zurückgewonnene Übergewicht der Bullen im Februar nun ihren gewohnten Rhythmus gefunden hätten, wurde bitter enttäuscht. Ein desaströser Start in den März sorgte für das bisherige Jahrestief beim deutschen Leitindex. Zwar konnte sich der Index vom Low bei 8913,27 wieder lösen, doch waren die folgenden Wochen und Monate ausschließlich vom Kursgeschiebe im Mittelfeld geprägt. Immer wieder endeten die Vorstöße der Bullen und Bären an den jeweiligen Verteidigungslinien (8950 und 9800) der gegnerischen Mannschaft. Hinzu kam, dass dieses brotlose Geschiebe von einer Vielzahl an Fouls geprägt war. So machten Fehlausbrüche auf beiden Seiten den Anlegern das Leben schwer. Ende Mai war es dann aber endlich doch so weit:

Die Bullen hatten das deutsche Aktienbarometer aus der Schiebezone nach oben katapultiert. Damit hatte der Index in den ersten fünf Monaten um vier Prozent zulegen können. Doch im direkten Vergleich mit den inzwischen angehäuften Gewinnen von 73,30 Prozent beim NST 2.0, blieb das Index-Plus ein eher bescheidenes Ergebnis. Und wer dachte, dass nach diesem Ausbruch der vehement geforderte Sprung über die 10.000 quasi im Vorbeigehen erfolgen würde, sah sich getäuscht. Es sollten zwei weitere Wochen vergehen – der NST-Gewinn war inzwischen auf über 100 Prozent angewachsen – bevor der Dax am 9. Juni erstmals in seiner Geschichte fünfstellig aus dem Handel ging. Trotz des damit verbundenen prozyklischen Kaufsignals haben die Marktteilnehmer mit dieser runden Marke bis heute allerdings ihre Probleme. So kamen die Kurse in der Folgezeit erneut merklich unter Druck und das deutsche Börsenbarometer schloss das erste Halbjahr am 30. Juni bei 9833,07 Punkten (+ 2,94%) ab. Dass die kritische Marke von 9800 dabei nicht unterschritten wurde und das NST-Halbjahresergebnis von Plus 142 Prozent, lassen auf ein gutes zweites Halbjahr hoffen.