Kippt die Marktstimmung oder reagieren Anleger nur vorsichtig auf die jüngste Kursdelle? Der CATE-Bullencheck ist gelb und rät eher  zur Vorsicht. Die Analyse der aktuellen Stimmungslage an den Börsen beruht in CATE auf zwei Verfahren, dem CATE-Bullenindikator und dem CATE-Börsenthermometer.

Für technische Analysten war die gestrige Korrektur überfällig. „Die Warnsignale, die beim DAX in den vergangenen Wochen immer wieder ignoriert wurden, scheinen nun doch noch Wirkung zu entfalten“, bemerkt Christoph Geyer von der Commerzbank. Der MACD-Indikator, der für die Trendbestimmung herangezogen wird, habe mit dem gestrigen Schub nach unten ein Verkaufssignal generiert. Die anziehenden Umsätze deuteten zudem auf schlagartig gewachsene Unsicherheit hin. „Dies könnte ein Stimmungswandel sein, weg von Sorglosigkeit, hin zu Angst und Abgabebereitschaft.“

Während sich laut Meinung der Deutschen Börse AG die  institutionelle Investoren sich vom gestrigen Kurseinbruch eher unbeeindruckt zeigen, sind Privatanleger im Vergleich zur Vorwoche jetzt viel pessimistischer, so das Ergebnis der aktuellen Umfrage der Börse Frankfurt: Der Bull/Bear-Index der Profis sinkt von 60,6 auf 58,9 Punkte, nur 2 Prozent der Befragten haben das Bullenlager verlassen. Bei den Privaten kehrten hingegen 8 Prozent der Interviewten dem Optimistenlager den Rücken, der Bull/Bear-Index fällt von 63,2 auf 56,3 Punkte. Die Stimmung der institutionellen und privaten Anlegern gleicht sich somit weiter an – zuvor hatten sich Privatanleger viel euphorischer gezeigt.

Der Index misst den absoluten Optimismus im Markt. Dafür werden die Optimisten ins Verhältnis zu den Pessimisten gesetzt und mit den neutral Gestimmten gewichtet. Werte unter 50 Punkte zeigen eine pessimistische Gesamtstimmung der Anleger.  ( Anna-Maria Borse, Deutsche Börse AG)

© 4. Dezember 2013