Das ifo Geschäftsklima ist ein viel beachteter Indikator für die konjunkturelle Entwicklung in Deutschland. Der ifo Geschäftsklimaindex wird monatlich veröffentlicht.  Das Ifo-Institut bittet monatlich rund 7000 Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes, des Bauhauptgewerbes, des Großhandels und des Einzelhandels, ihre gegenwärtige Geschäftslagezu beurteilen und ihre Erwartungen für die kommenden sechs Monate mitzuteilen.

Die am 27.10.2014 veröffentlichten Ergebnisse sind bedrückend: Die deutschen Unternehmen haben kaum Hoffnung auf eine bessere Auftragslage. Zum sechsten Mal in Folge hat sich die Stimmung in der Wirtschaft eingetrübt. Der Ifo-Geschäftsklimaindex fiel unerwartet deutlich von 104,7 auf 103,2 Punkte. Dies ist der niedrigste Stand seit Dezember 2012. Volkswirte hatten lediglich mit einem Rückgang auf 104,5 Punkte gerechnet.

Die konjunkturellen Aussichten haben sich nochmals verschlechtert“, sagte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn. Vor allem in der Industrie habe sich die Stimmung deutlich eingetrübt. Die Führungskräfte schätzten sowohl die aktuelle Geschäftslage als auch die Aussichten für die kommenden sechs Monate schlechter ein als zuletzt.

Der Ifo-Index gilt als wichtiger Konjunkturindikator. Um diesen zu ermitteln, werden monatlich 7000 Manager befragt. Diese bewerten vor allem die Geschäftsaussichten negativ. Der entsprechende Teilindikator fiel auf den niedrigsten Stand seit Dezember 2012.

In den einzelnen Branchen fielen die Ergebnisse unterschiedlich aus. Im Großhandel und bei den Dienstleistern hellte sich die Stimmung auf, im Einzelhandel und im Baugewerbe sowie vor allem in der Industrie trübte sie sich dagegen ein. „In der Industrie gibt es kaum Lichtblicke“, sagte Ifo-Experte Klaus Wohlrabe.

Trotz des erneuten Rückgang des Ifo-Index sei nicht von einer längeren Flaute auszugehen, sagte DekaBank-Experte Andreas Scheuerle. „Die Konjunktur durchläuft derzeit eine Schwächephase, die man mit dem Begriff Delle wohl am besten beschreiben kann“, sagte er.

Wirtschaftsforscher und Verbände haben angesichts der Verunsicherung durch zahlreiche Krisen – wie in der Ukraine und im Nahen Osten – ihreWachstumsprognosen zuletzt deutlich nach unten korrigiert. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag rechnet in diesem Jahr noch mit einem Plus von 1,3 Prozent und geht für 2015 sogar nur von 0,8 Prozent aus.