Thomas Müller, Herausgeber von boerse.de-Aktienbrief  ist sich sicher: „seit dem Jahr 2000 waren die Chancen für einen Beginn einer neuen Aktien-Ära noch niemals so groß wie 2013. Antriebsfedern sind (neben den jüngst markierten All-Time-Highs) eben genau die Zins-Konstellation, die fehlenden Anlagealternativen und die breite Unterinvestiertheit aller Anlegerschichten. Konkret:

Die Deutschen sind bislang kaum in Aktien investiert!

Nach Analyse des Bundesverbands deutscher Banken verfügten die Bundesbürger Ende 2012 über ein Investmentvermögen von 4,94 Bio. Euro. Davon sind gut 40% (2015 Mrd.) per Sicht-, Termin- und Spareinlagen sowie Bargeld geparkt. Etwa 30% (1500 Mrd.) liegen bei Versicherungen, Pensionsfonds und Versorgungswerken, also mittelbar ebenfalls in Geldanlagen. Dagegen haben die Deutschen in Aktien lediglich 5% (259 Mrd.) ihres Vermögens investiert, und diese Marginalie entspricht in etwa auch der Aktienquote der Versicherer. Berücksichtigen wir: Die Zinsen befinden sich seit drei Jahrzehnten auf dem Rückzug. Das bedeutet für die Rentenmärkte den längsten Bullenmarkt der Geschichte, sodass Anleihen nun schon über ganze Anlegergenerationen hinweg als Hort der Sicherheit gelten. Dies zeigt z.B. der von der Deutsche Börse AG berechnete REX (Deutsche Rentenindex), der am 31.12.1987 bei 100 Punkten gestartet war (Dax gleichzeitiger Beginn bei 1000 Zählern). Das zurückgerechnete Allzeittief hatte 1981 bei 86 gelegen, als die Umlaufrendite öffentlicher Anleihen mit 11,37% ihr Top markierte. Heute befindet sich die Rendite bei 1,35% (nach dem Mai-Tief von 0,98%!), und der REXP – das ist der Performance-Index in dem auch Zinserträge berücksichtigt werden – notiert bei 440 Punkten. Also: Aktien als Schutz vor steigenden Zinsen!

Anleihenbesitzer sind seit sage und schreibe 32 Jahren steigende Anleihenkurse gewohnt. Wenn es zur langfristigen Aufwärtswende der Zinsen kommt, bedeutet dies ein Platzen der riesigen Anleihenblase und damit auch eine mehrjährige Anleihen-Baisse. Kursverluste sind für Anleihenbesitzer, die ja in erster Linie einen sicheren Hafen suchen, bisher aber etwas Unbekanntes. Über kurz oder lang wird bei den besonders risikoaversen Investoren daher wohl ein Paradigmenwechsel stattfinden, und der kann eigentlich nur in die Aktienmärkte führen – nicht einmal aus Renditegesichtspunkten, sondern aus dem Risikoblickwinkel. Denn den besten „Schutz“ vor steigenden Zinsen (und der fortlaufenden Geldentwertung) bietet nun einmal die Beteiligung an liquiden, grundsoliden Unternehmen.“