Der Goldpreis sinkt weiter. Allein im noch nicht ganz beendeten  zweiten Quartal des Jahres hat das gelbe Edelmetall  alleine  einen Wertverlust von rund 22 Prozent erlitten. Laut  Bloomberg-Berechnungen hat Gold damit den stärksten Quartalsverlust seit dem Jahr 1920 hingelegt.

Während gestern  eine kleine Stabilisierung zu verzeichnen war, gab der Goldpreis am Mittwoch um etwas mehr als 4 % nach.  Zu dem verschärften Preissturz Mitte dieser Woche hatten nach Meinung der  Analysten unter anderem einige positive US-Konjunkturdaten beigetragen.

Die US-Notenbanker haben wenigstens eine restriktivere Geldpolitik für den Fall einer nachhaltigen Konjunkturerholung in Aussicht gestellt. Daneben konnte der US-Dollar zuletzt deutlich gegenüber anderen Währungen aufwerten. Da Gold nun einmal in der US-Währung gehandelt wird, verteuert sich somit die Gold-Beschaffung, was letztlich auf die Nachfrage und den Preis drückt.
Zur gleichen Zeit scheinen sich die Hoffnungen der Gold-Investoren auf einige preistreibende Effekte wie eine Angebotsverknappung oder eine erhöhte Goldnachfrage der Notenbanken aus den Schwellenländern nicht zu bewahrheiten. Während die Produzenten im wichtigsten Förderland China in diesem Jahr mit einem Produktionsrekord rechnen, setzen die Notenbanken in den Emerging Markets angesichts der steigenden Zinsen weniger als erwartet auf Gold.

Erste Group glaubt weiter an Gold

Es wenden sich allerdings nicht alle Investoren und Analysten rigoros von Gold ab. Bei den Rohstoffanalysten der Erste Group ist man beispielsweise der Ansicht, dass die Gründe für Goldbesitz weiterhin in Takt sind:

„Nie zuvor gab es auf globaler Basis solche monetären Experimente wie heute. Darum ist das fundamentale Argument für Gold überzeugender denn je“, so fast der aktuelle Goldreport, „In Gold we Trust“ der Erste Group, die Situation rund um das Edelmetall zusammen.
Zudem heißt es in der Studie, dass das Realzinsniveau aufgrund der hohen Staatsschulden weiterhin negativ bzw. niedrig bleiben und sich damit ein exzellentes Fundament für weitere Goldpreisanstiege bieten würde. Das 12-Monats-Ziel liegt bei 1.480 US-Dollar je Feinunze. Langfristig wird sogar mit einem Goldpreis von 2.300 US-Dollar gerechnet.“  (Börse.de)