Der DAX hatte keinen optimalen Start ins Jahr 2014. Die marktpsychologisch wichtigen ersten fünf Handelstage beendet er – ähnlich wie die US-Indizes  – mit einem Minus. Der Stimmung tat dies zunächst keinen Abbruch. Zur Monatsmitte drehte der deutsche Leitindex erst mal richtig auf. Als der DAX am 17.1. 9743 Punkte erreichte, schien für viele der Sprung über die 10.000er Marke nur noch eine Frage von Tagen zu sein.  Nur wenige Tage später sieht die Welt ganz anders aus. In der zweiten Monatshälfte hat der DAX die zwischenzeitlichen Gewinne wieder abgegeben und notiert nunmehr unter dem Jahresendstand 2013.

Fundamentale Gründe sprechen dafür, dass sich die Aktienrallye der Vorjahre nicht so erfolgreich fortsetzen wird. „Schuld“ ist u.a. die weniger expansive Geldpolitik der US-Notenbank. Die Fed hat im Dezember mit dem sogenannten Tapering begonnen. D.h. der Aufkauf von Staatsanleihen wird sukzessive zurückgeführt. Spätestens im Herbst wird das Programm eingestellt. Aufgrund der hohen Wachstumsdynamik in den USA ist diese Vorgehensweise auch gerechtfertigt. Allerdings werden mit nachlassender Liquiditätsflut durch die Fed neue Krisenherde der Weltwirtschaft offengelegt.  Bereits in den vergangenen Tagen gerieten zahlreiche Währungen von Schwellenländern unter Druck. Es findet ein Aussortieren zwischen den „guten“ und „schlechten“ Ländern statt. Länder mit hohen Leistungsbilanzdefiziten sind gefährdet. Dazu zählen Indonesien, die Türkei, Brasilien, Südafrika aber auch Indien. Diese Länder sind geografisch zwar relativ weit weg. Aus Sicht der Kapitalmärkte sind sie jedoch sehr nah. Nach mehr als sechs Jahren Finanz- und Wirtschaftskrise in den Industrieländern war teilweise der Blick auf die Risiken in den Schwellenländern verloren gegangen. Umso heftier sind diese jetzt zurück und werden in diesem Jahr die Kapitalmärkte beeinflussen.  Es ist zu befürchten, dass 2014 doch kein so gutes Jahr für Aktien wird. Aber je schneller die politischen Unsicherheiten in diesen Ländern gelöst und die Strukturprobleme angegangen werden, desto früher bestehlt wieder Hoffnung auf eine Aufwärtsbewegung des DAX.