Erstmals seit fast einer Dekade wird der Dow Jones Indes neu gemischt. Drei Schwergewichte – Alcoa, die Bank of America und Hewlett-Packard – fliegen aus dem US-Leitindex raus.  Der Indexbetreiber S&P Dow Jones Indices LLC begründete die Neuzusammensetzung der Indixes mit der schindenden Bedeutung der entnommenen Aktien und den gefallenen Kursen.  An der Stelle von Alcoa, HP und der Bank of America wurden neu Nike, Visa und Goldman Sachs aufgenommen. Visa ersetzt dabei HP. die Änderungen erfolgen am 20. September nach Börsenschluss.

Laut Christoph Scherbaum, Chefredakteur von BAC-Börsen-Ausblick ist die Umgestaltung des US-amerikanische Dow Jones als bekanntester und wohl wichtigster Index der Weltbörsen aufgrund seiner speziellen Ausgestaltung etwas ganz Besonderes.

„Generell“ – so Scherbaum – „muss bei Indizes immer die Ausgestaltung betrachtet werden. Wenn sich der Indexstand ausschließlich auf Basis der Aktienkurse zusammen setzt und meist nur um Erträge aus Bezugsrechten und Sonderzahlungen bereinigt wird – dann spricht man von einem Kursindex oder Preisindex. Das heißt:Dividendenzahlungen und Kapitalveränderungen sind damit nicht enthalten. Somit bilden diese Indizes die bei Dividenden üblichen Kursabschläge eins zu eins ab. Während die führenden Indizes dieser Welt wie etwa der Dow Jones, der Nikkei 225 oder der FTSE 100 Kursindizes sind, stellt der Dax eine Ausnahme dar:  Er ist ein so genannter Performanceindex, was bedeutet, dass er so berechnet wird, als wenn alle Dividenden oder ähnliches, wie etwa Bezugsrechtserlöse, wieder in die Aktien reinvestiert würden. Allerdings existiert der Dax auch in der Variante des Kursindex, wird aber nur wenig verwandt. Sie kennen den Dax aus dem Fernsehen oder auch aus unseren Börsenverlag-Produkten ausschließlich als Performance-Index.

Der zweite große Knackpunkt bei Indizes ist die Berücksichtigung des Aktien- bzw. Unternehmenswertes. Dow Jones und Nikkei 225 sind preisgewichtete Indizes. Daher ist dort jede Aktie mit der gleichen Stückzahl vertreten. Anders gesagt: Der Indexstand des Dow Jones ergibt sich durch Addition aller 30 Aktienkurse. Das hat zur Folge, dass Aktien mit einem höheren Kurs auch einen größeren Einfluss auf den Indexstand haben.

Dies ist auch der Grund, warum man bis heute so bedeutende und zugleich sehr teure US-Aktien wie Berkshire Hathaway, Apple oder Google nicht im Dow Jones findet. Durch sie würde der Indexstand massiv durcheinandergewirbelt werden. Im Gegensatz dazu berücksichtigt ein kapitalisierungsgewichteter Index vorrangig die Marktkapitalisierung. Bestes Beispiel ist hier der Dax, wo derzeit die VW-Aktie für rund ein Zehntel des Index steht.

Die Wurzeln des heutigen Dow Jones Industrial Average (DJIA), wie er offiziell heißt, gehen auf den Dow Jones Average zurück. Dieser wurde 1884 von Charles Dow und Edward Jones ins Leben gerufen. 1896 änderte sich der Name, doch die Anzahl der Indexwerte blieb bei 11.

Von damals ist übrigens nur General Electric dem Index erhalten geblieben. Zwischenzeitlich erhöhte sich die Anzahl der Aktienwerte auf 20, bevor im Oktober 1928 der heutige Stand von 30 Werten erreicht wurde. Am 23. September 2013 wird nun wieder einmal eine Veränderung das Gesicht des Index verändern. Der Aluminiumriese Alcoa verlässt nach 54 Jahren den Index. Daneben müssen auch Hewlett-Packard und die Bank of America ihren Platz räumen. Und wenn Sie sich einmal die untere Auswertung anschauen – nicht ohne Grund. Diese Aktien haben schon sehr lange keinen Spaß mehr langristig orientierten Anlegern bereitet.

Neue Dow-Jones-Werte werden der Sportartikelhersteller Nike, der Kreditkartenkonzern Visa sowie das Wall Street-Urgestein Goldman Sachs. Zwar bedeuten Indexzugehörigkeiten immer auch ein hohes Maß an Aufmerksamkeit, aber relevant für Kursgewinne ist das nur bedingt. Daher: Ob eine Aktie im Dow Jones, im Dax oder im SDax gelistet ist – es kann Ihnen als Börsianer egal sein. Hauptsache die Rendite stimmt und Sie können mit dieser in Ihrem persönlichen Depot Erfolge feiern. Alles anders ist doch eigentlich nebensächlich, oder?“