Börse Frankfurt Sentiment-Index: Bloß raus scheint die Maxime vieler privater Anleger. Oder gleich auf die Short-Seite wechseln. 15 Prozent haben ihre DAX-Aktien seit vergangenem Mittwoch verkauft, 10 Prozent sind short gegangen. Das haut den Sentiment-Index nach unten durch auf -6 Punkte. Der DAX hat im selben Zeitraum 30 Punkte gewonnen.

In die andere Richtung sind die professionellen Investoren gegangen. 5 Prozent haben Aktien gekauft, 2 Prozent Short-Positionen verkauft. Der Sentiment-Index steht bei 7 Punkten im bullishen Bereich.

Heute könnten allerdings aktuelle Ereignisse das Bild verzerren, denn während der Befragung haben die Eilmeldungen zum Waffenstillstand in der Ostukraine nach oben getrieben. Joachim Goldberg vermutet aber auch, dass etliche institutionelle Anleger die Preise unter 9.400 Punkte zum günstigen Einstieg genutzt haben. 

Bei den Privatanlegern macht der verhaltenstechnische Analyst vor allem Mißtrauen gegenüber der ökonomischen Entwicklung in der Eurozone, Skepsis bezüglich geldpolitischer Maßnahmen und teilweise auch Gewinnmitnahmen als Ursache für den massiven Stimmungseinbruch aus. 

In der Summe wolle bei den Börsianern einfach keine gute Stimmung aufkommen, auch bei den Profis herrsche immer noch relative Skepsis vor. Das ließe allerdings deutsche Aktien aus verhaltenstechnischer Sicht unbelastet, der eine oder andere private Akteur könne die Kursschwäche sogar zu Schnäppchenkäufen nutzen