Neulich stand in einer Pressemitteilung der Finanzbranche, die offensichtlich versucht, die aktuelle Lage in Zeiten von Niedrigzinsen schön zu reden.

Da stand dann unter anderem ein Satz wie „… Sparern stehen ab sofort drei neue attraktive Festgelder zur Verfügung.“ Und anschließend kamen die Konditionen. Die betreffende Bank wurde angepriesen, weil es die folgenden Zinsen für den Mindestanlagebetrag von 10.000 Euro nun anbietet:

1,6% Zinsen p.a. für 12 Monate Laufzeit; 1,8% Zinsen p.a. (nominal) für 24 Monate Laufzeit und 2,1% Zinsen p.a. (nominal) für 36 Monate Laufzeit. Wer sich aktuell mit dem Thema Festgeld auseinandersetzt, der weiß, dass diese Zinssätze zwar über dem derzeitigen Durchschnittszinssatz für Festgeld in Deutschland (0,65%) und mindestens doppelt so hoch wie die aktuelle Inflationsrate (0,8%) sind. Doch können wir hier von „attraktiv“ sprechen oder gar das Wort „Rendite“ verwenden? Damit sie mich bitte richtig verstehen:

Ich möchte an dieser Stelle keineswegs irgendeine Bank und deren Festgeld-Produkte schlecht reden. Jeder Verbraucher soll bitte selbst entscheiden, wo er sein Geld für längere Zeit parken möchte. Für mich persönlich scheidet ein solcher Festgeld-Deal aus. Denn: 10.000 Euro kann ich solider und vor allem viel erfolgreicher direkt in Gold und Aktien investieren. Mit realistischen Gewinnperspektive. Ebenso wichtig in diesem Zusammenhang ist aber auch ein anderer Punkt:

Jeder Börsianer, der 10.000 Euro direkt in Aktien investiert, besitzt daraufhin Sachwerte-Investments und kann sich im Gegensatz zu einem Engagement in eine Festgeld-Anlage die Gedankenspiele sparen, in wie fern sein Geld im Worst-Case-Szenario bei der Bank nun über den Einlagensicherungsfonds gemäß einer EU-Norm abgedeckt ist oder nicht.