Börsentechnische Phänomene haben die Angewohnheit meist paarweise aufzutreten. So wie es Bullen- und Bärenmärkte gibt, gibt es auch zyklische und antizyklische Aktien. Während sich erstere durch eine besondere Korrelation mit der jeweiligen Konjunkturlage auszeichnen, besteht bei den Antizyklikern keine entsprechende Verbindung. Stattdessen bevölkern diese Titel den Kurszettel als konjunkturunabhängige Stabilitätstitel.

In der heutigen Wirtschaft gibt es zahlreiche Branchen deren Geschäfte nicht vom jeweiligen Konjunkturzyklus abhängig sind. Das liegt daran, dass es Produkte und Dienstleistungen gibt, die in jeder Konjunkturlage gleichermaßen nachgefragt werden. Unternehmen aus diesen Bereichen zeichnen sich durch stabile Erträge aus und gelten daher jedoch oft auch als langweilig:

Diese Papiere dieser Unternehmen werden antizyklische Aktien genannt. Die Kursentwicklung ist von der Konjunktur meist gänzlich losgelöst und je nach Branche eher von gesellschaftlichen Trends oder anderen technologischen Entwicklungen abhängig.

Bei den Branchen, die klassischerweise als antizyklisch angesehen werden, stehen die Konsumgüterhersteller ganz oben auf der Liste. Das ist auch sehr gut verständlich, denn die Produkte des täglichen Lebens werden immer nachgefragt.

Ebenfalls weitgehend konjunkturunabhängig sind Telekommunikationsunternehmen und Energieversorger. Deren Papiere gelten ebenfalls als antizyklische Aktien. Allerdings sieht man am Beispiel der Energieversorger deutlich, dass statt der Konjunktur manchmal andere Entwicklungen – in diesem Fall die Energiewende – das Geschäftsmodell vor Herausforderungen stellt.

Wie so oft im Leben ist auch in einem Aktiendepot die Ausgewogenheit wichtig. Als defensiv geltende, antizyklische Aktien sind dabei die beste Wahl. Häufig überzeugen diese Titel durch geringe Volatilität, die sie oft durch entsprechende Dividenden ausgleichen.