Kommt sie, oder kommt sie nicht, die Weihnachtsrallye?

Bei aller Ungeduld, lassen Sie uns aber bitte die erzielten Gewinne in diesem fantastischen Börsenjahr im Hinterkopf haben. Hinzu kommt, dass die charttechnisch wichtige Marke von 9000 Punkten nach wie vor hält. Wir waren zwar schon kurzfristig darunter – doch abgerechnet wird bekanntlich immer am Schluss. Fakt ist daher wohl: Der Abwärtsdruck ist überschaubar, so dass wir nächste Woche erneut die Chance haben, den Bullen freien Lauf zu lassen. Manchmal ist Börse eben auch einfach durch Warten gekennzeichnet. Jeder weiß, dass der Ausbruch kommt, wartet aber gespannt darauf, weshalb sich lange Zeit nichts bewegt.

In solchen Situation bräuchte die Börse dann gerne ein paar erfolgreiche Market-Mover. Also Marktteilnehmer die durch die richtigen Nachrichten die Kurse nach vorne bringen. Dieser Tage wurde publik, dass die US-Nachrichtenagentur Bloomberg besondere Boni für diejenigen Journalisten zahlt, die durch ihre Arbeit besondere Kursbewegungen ausgelöst haben.

Dabei sollte man allerdings auch nicht die Macht der Bloomberg-Journalisten überschätzen. Sie können durch eine Meldung höchstens ein Fass zum Überlaufen bringen, aber eine wirkliche Kursbewegung schaffen auch diese nicht. Denn es gibt einfach zu viele Marktteilnehmer, als dass eine Nachricht, diese in eine Richtung treiben kann. Nur wenn sich Meldungen auch bestätigen rennt die Meute los und treibt Kurse. Ein richtiger Market-Mover würde also ein Übernahmeangebot aussprechen und dadurch beispielsweise eine eklatante Unterbewertung einer Aktie sichtbar machen. Doch von dieser Sorte gibt es  nicht allzu viele.

Daher heißt es wohl auch weiterhin abwarten und auf die Börsen-Bescherung warten – zumal wir der Meinung sind, dass  solche Market-Mover-Nachrichten schon in den Kursen eingepreist sind.

Noch einmal zum Schluss zurück zur Weihnachts- oder Jahresendrallye: Mit Blick auf das zurückliegende Jahr gibt es keinen Grund der bislang ausgebliebenen Rallye hinterher zu trauern. Der Dax hat eine überragende 12-Monats-Performance abgeliefert und auch die US-Indizes können, wie die Rekordhochs verraten, nicht gerade als Heimstätte der Bären angesehen werden. Von daher „muss“ man als Anleger eben auch einfach mal die Gewinne genießen können. Alles deutet darauf hin,  dass wir erst am Anfang einer neuen Aktien-Ära stehen.